
Zumindest ist keine über unserem Territorium in Berlin / Brandenburg von den Zukunftsforschen auszumachen gewesen.
Und doch müssen wir mit heftigen Stürmen (die Wetterfrosch Jörg Kachelmann längst Tornados nennt) und lang anhaltenden Regengüsse jedes Jahr neu rechnen. Ihnen wirksam zu begegnen, gibt es in Deutschland den Katastrophenschutz. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind für die Bewältigung der Schäden zuständig, aber der Sanitäts- und Betreuungsdienst für die Bevölkerung ist Aufgabe des Zivilschutzes. So sieht es der Gesetzgeber vor. In diese Aufgabe teilen sich die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und das Deutsche Rote Kreuz.
So gibt es in Berlin im DRK-Kreisverband Müggelspree eine gut eingespielte Truppe um Ronald Bögner, die regelmäßig den Ernstfall probt. Auch Hilfeleistung muss trainiert werden, damit sie zügig und reibungslos erfolgen kann, sonst würden sich ja die Ehrenamtlichen gegenseitig behindern und den Bedürftigen wäre nicht geholfen. Also üben sie in bestimmten Abständen Alarm: das flinke Aufstellen von Zelten, worin die medizinische Versorgung durch eigenes Fachpersonal (Notfallärzte und Sanitäter) erfolgt. Auch Notquartiere und Feldküchen müssen in Windeseile aufgestellt werden können. Der Transport von Zelten, Liegen, Tischen, Stühlen, Decken, Geschirr und Koch-Herden will organisiert sein.
Das Verfallsdatum auf dem Verbandsmaterial, die Funktionstüchtigkeit der gesamten Technik (Beatmungsgeräte, EKG u. a.), auch die Verfassung der sechs Krankenwagen überprüfen die DRK-Katastrophenschützer auf ihren wöchentlichen Bereitschaftsabenden. Weiterhin stehen regelmäßig Aus- und Weiterbildung auf den Programm. Das Erste-Hilfe-Training kann gar nicht oft genug geübt werden, damit die Sanitäter in Paniksituationen Ruhe behalten.
Wer was wann wo und wie macht, das ist eine höchst ausgeklügelte Logistik, die der Katastrophenschutz des Kreisverbandes Müggelspree längst aus dem FF beherrscht.
Den Beweis erbrachten die 120 Frauen und Männer, im Alter von 18 bis 60 Jahren, um Ronald Bögner zum Elbehochwasser und auch zur Oderflut. Beide Male wurden sie gerufen und unterstützten die Helfer aus ganz Deutschland. Ihr Wissen und Können hat sich dort bewährt. So war zum Beispiel unser Verpflegungsmodul mit einem Betreuungs- LKW, einem Feldkochherd und 13 Helferinnen und Helfer beim Elbhochwasser 9 Tage lang in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Vier Malzeiten pro Tag kochten die Feldköche für die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr und die vielen freiwilligen Helfer an den zu brechen drohenden Deichen um und in Magdeburg.